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Die Geschichte des Siebdrucks





Was haben Jerome Boateng, Per Mertesacker und Miroslav Klose gemeinsam? Klar, sie brachten uns mit ihren Spielkollegen der deutschen Fußballmannschaft den Weltmeistertitel 2014. Alle drei sind jedoch auch Besitzer von Nobelkarossen, wie Porsche Cayenne, Mercedes SL und Bentley. Okay werden Sie jetzt sagen – und was hat das jetzt alles mit New Albea Kunststofftechnik zu tun? Ganz einfach: New Albea beliefert namhafte Hersteller aus der Automotivebranche, aber auch aus den Branchen Infocom und Haushaltsgeräte mit High-End-Kunststoffkomponenten, bei denen auch die passende Oberflächengestaltung eine wichtige Rolle spielt. Das Portfolio des mittelständischen Unternehmens, das seinen Firmensitz am Rande des Schwarzwaldes im beschaulichen Seelbach hat,  umfasst bedruckte und verformte Folien, Ein- und Mehr-Komponenten-Spritzteile, Spritzteile im FIM-Verfahren sowie komplette Baugruppen aus Kunststoff und einen eigenen Werkzeugbau für Stanz- und Verformwerkzeuge. Der Siebdruck zählt zu den Kernkompetenzen.

Derjenige, der – natürlich neben vielen anderen – die Schriftzüge, Logos und Bilder auf Kunststofffolien verschiedener Materialtypen bringt, ist Franz Zehnle. Er  ist Siebdrucker und arbeitet seit knapp 30 Jahren bei New Albea Kunststofftechnik in Seelbach.

Bevor wir die Frage beantworten, wie genau das eigentlich mit dem Sieb und dem Drucken funktioniert, blicken wir auf die Anfänge des Siebdrucks zurück:  

Der Siebdruck entwickelte sich aus dem Schablonendruck, der schon vor unserer Zeitrechnung angewandt wurde. Die Schablonen konnten z.B. Hände sein, die auf Felswände gelegt wurden, später dann Holz oder Papier das mit Haaren oder Seide bespannt wurde. Einen Schub erfuhr der Siebdruck aber erst gegen Ende des 2. Weltkrieges, seither entwickelte sich der Siebdruck kontinuierlich und rasant weiter und fand Anwendungen im industriellen, künstlerischen und handwerklichen Bereich. Heute gibt es kein Druckverfahren das annähernd so facettenreich ist wie der Siebdruck.

Wie funktioniert das also mit dem Sieb und dem Drucken?

Pro Farbe eines Auftrags muss ein Sieb, also eine Schablone gefertigt werden. Bei einem vierfarbigen Motiv heißt das: Vier Siebe. Grundlage dafür ist ein Metallrahmen, in den ein Polyester- oder Stahlgewebe eingespannt ist. “Man sieht nur mit der Lupe, dass in dem Gewebe Maschen sind, mit dem bloßen Auge sieht man das gar nicht”, erklärt Zehnle. Auf das Gewebe wird eine Substanz aufgetragen, die lichtempfindlich ist.  

Wie in vielen Bereichen, zeichnet sich auch in der Siebbelichtung die Nutzung computerbasierter Technologien immer massiver ab. Ganz aktuell wurde deshalb in Seelbach eine so genannte Computer-to-Screen-Anlage angeschafft, bei der die Daten direkt vom Grafikcomputer übergeben werden. Nach der Beschichtung des Siebs erfolgt die Bebilderung digital, quasi direkt aus dem Datenbestand per Laser. Mittels eines verfahrbaren Belichtungskopfes wird das beschichtete Sieb Zeile für Zeile direkt mit UV-Licht belichtet und im Folgeprozess automatisch ausgewaschen. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass kein Film als Kopiervorlage gebraucht wird, da die Information direkt digital übertragen wird. Das Ergebnis zeichnet sich durch seine wirtschaftliche Effizienz aus und erfüllt dabei hohe Ansprüche, wie etwa eine deutlich bessere Aushärtung und damit verbundene höhere Standzeit und Qualität der Siebe.

Bevor es zum eigentlichen Druck geht,  wird an einer von unten beleuchteten Tischplatte geprüft, ob auch alles so belichtet ist, wie es sein soll, oder ob sich nicht doch irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat – etwa in Form eines Staubkorns. Ist die Prüfung überstanden, wird das Sieb in der Druckmaschine positioniert. Damit das zu bedruckende Material auf der Tischfläche immer exakt an der gleichen Stelle liegt – mehrere Farben werden ja aufeinander gedruckt – wird die Folie über Vakuum nach unten auf den Drucktisch gezogen und zusätzlich an Fixierpunkten angelegt. Diese müssen von Franz Zehnle präzise vor dem Druckstart ausgerichtet werden. Apropos Farbe: Bei New Albea kommen nicht nur die Grundfarben zum Einsatz. Entsprechend der Wünsche des Kunden oder Designers werden Farben gemischt und prozessbegleitend gemessen.

Zurück am Drucktisch werden die Rakel ausgesucht, wobei der Fachmann nach der Flutrakel die Druckrakel auswählt, die für den jeweiligen Prozess am besten geeignet ist. Sie wird dazu verwendet, die Druckfarbe durch die Öffnungen im Sieb auf den Bedruckstoff zu pressen. Dabei wird die Rakel, Flut- oder Druckrakel, hin und her bewegt.

Ein Slogan der New Albea Kunststofftechnik lautet: Kreative Konzepte mit Perfektion, Präzision und Professionalität. Diese drei Attribute umschreiben sehr gut, wie in Seelbach gearbeitet wird. Die Anforderungen an die Arbeit von Franz Zehnle und seinen/ihren Kollegen sind jedenfalls sehr hoch. Schließlich müssen gerade für die Automobilbranche sehr oft feine Linien und Symbole gedruckt und die Messvorgaben präzise eingehalten werden.

Auch während des Prozesses verliert der Siebdrucker das Druckbild nicht aus den Augen, damit sich kein Fehler – und sei er noch so klein – einschleicht. Nach dem Referenzdruck müssen übrigens die Farben auf den Folgedrucken genau ausgerichtet sein. Damit die Farbe ordentlich aushärten und Lösungsmittel entweichen können, betragen die Trockenstrecken bis zu 30 Meter. Nach einer zusätzlichen Trockenzeit von mehreren Stunden ist die Folie fürs Hinterspritzen bereit.






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